Vita Natura Klinik - Bewährte Naturheilkonzepte-Chancen für die Zukunft

Unser Konzept zur Rehabilitation

In der Vita Natura Klinik wird bei über 80% der Rehabilitationspatienten eine auf naturheilkundlicher Basis ausgerichtete Rehabilitationsmaßnahme für onkologische Patienten durchgeführt.
Eine onkologische Erkrankung ist für den Patienten immer ein ganzheitliches Geschehen. Nicht nur seine körperliche Funktionsfähigkeit ist hierbei eingeschränkt, sondern auch seine Psyche und sein soziales Umfeld sind zutiefst von solch einer Diagnose betroffen. In dieser schwierigen Situation machen sich immer mehr Patienten auf die Suche nach Alternativen oder Ergänzungen zu einer schulmedizinischen Behandlung. Eine individuelle, auf den Einzelfall abgestimmte, Therapie ist dann oftmals der Wunsch unserer Patienten.

Engagierte Patienten

Das bedeutet, dass der Patient mit seinen Beschwerden, seiner speziellen sozialen und psychischen Situationen und seiner Konstitution, das therapeutische Vorgehen in der Vita Natura Klinik bestimmt. Die Besonderheit der Klinik ist grundsätzlich, dass eine bestimmte Klientel von Patienten angesprochen wird durch die Art der ganzheitsmedizinischen Arbeitsweise, sowie dem Spektrum der zur Verfügung stehenden naturheilkundlichen Verfahren. Üblicherweise handelt es  sich um eine Patientenklientel, die von sich aus eher engagiert und motiviert ist, gezielt nach diesen Behandlungen sucht und auch interessiert ist, einen eigenen Beitrag zur Krankheitsbewältigung zu leisten. Hierzu werden auch größere Hürden überwunden, die Ernährung umgestellt, sportliche Aktivitäten gestartet, gegebenenfalls auch der Hausarzt oder der Kostenträger gewechselt, wenn sich herausstellt, dass die Motivation des Patienten gegen eine Wand stößt. Die Interessenten für eine ganzheitsmedizinische Therapie sind im Durchschnitt mehr Frauen wie Männer, der Bildungsgrad ist höher als im allgemeinen Durchschnitt, es finden sich vermehrt Berufe aus dem medizinischen Bereich. Aufgrund eigener Informationsbeschaffungen und Aktivitäten sind diese Patienten vorinformiert und wünschen gezielt eine Behandlung, die z. B. die Anwendung einer Ganzkörperhyperthermie einschließt. Auch weitere Verfahren wie Entgiftung, Vitamin C Hochdosis - Infusionen etc. werden gezielt nachgefragt. Die Vita Natura Klinik besitzt für die o. g. Verfahren, die Teil der so genannten biologischen Tumorbehandlung sind, einen Versorgungsvertrag, abgeschlossen durch alle Landesverbände der gesetzlichen Krankenkassen.

 Die vier Patientengruppen in der Klinik

Es lassen sich insgesamt vier verschiedene Patientengruppen ausmachen, bei denen ein unterschiedliches Reha- und Therapieziel besteht.
 

1. nichtonkologische Patienten:

Hier handelt es sich z. B. um Schmerzpatienten, Hautpatienten oder Patienten mit chronischen Darmkrankheiten, die schon jahrelang ambulant behandelt wurden und bei denen die üblichen schulmedizinischen Therapieverfahren zur keiner wesentlichen Besserung eines andauernd geschädigten Allgemeinzustandes geführt hatten. Diese Patienten kommen zur alternativen / ganzheitsmedizinischen Therapie gezielt mittels unkonventioneller Methoden wie Akupunktur, Darmsanierung etc. um im stationären Rahmen dauerhaft den Krankheitsverlauf zu verbessern. Von einer Behandlungsdauer von drei Wochen ist regelhaft auszugehen.
 

2. Reha - Patienten mit onkologischer Diagnose:       

Hierunter verstehen wir Patienten, die z. B. nach Durchführung einer Operation oder einer Chemotherapie eine Erholung oder Aufbaubehandlung bedürfen. Es kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, die sowohl die körperliche Seite (Bewegungstherapie, Diätetik, Misteltherapie,…) als auch die seelische Seite (Chi Gong, Entspannungstraining, psychotherapeutische Einzelgespräche,…) berücksichtigen. Solange keine schweren psychischen oder körperlichen Symptome oder Defizite vorliegen, kann von einer Regelbehandlungsdauer von drei Wochen ausgegangen werden.
 

3. Patienten mit fortgeschrittenen, symptomatischen, onkologischen Tumorkrankheiten:

Diese Patientengruppe stellt mit ca. 80 % den größten Anteil in unserer Klinik dar. Meistens handelt es sich um Patienten, bei denen die üblichen Therapieverfahren bereits absolviert wurden und nicht zu einer ausreichenden Verbesserung geführt haben. Es stehen nurmehr tertiäre Möglichkeiten (oder gar keine) zur Verfügung. Oder es handelt sich um Tumorarten, die einer vernünftigen onkologischen Therapie schlecht zugänglich sind, da die Chemotherapie erfahrungsgemäß wenig bewirkt. Diese Patienten sehen sich in einer aussichtslosen Lage, sie suchen ultimativ nach Hilfe in einer schlimmen Situation. Sie haben meist erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität durch körperliche Symptome wie Schmerzen, Therapiefolgen anderer vorausgegangener onkologischer Therapien, Verstümmelung, funktionelle Beeinträchtigung oder seelische reaktive schwere Veränderungen (Angst vor dem baldigen Ende). Dazu kommen schwere Allgemeinsymptome, die häufig die Hauptklage des Patienten darstellen wie Müdigkeit, allgemeine Schwäche und Appetitlosigkeit, was man bei fortgeschrittenen Tumoren häufig findet, jedoch therapeutisch schwer zugänglich ist. Es handelt sich meistens um lokal fortgeschrittene Tumoren oder Tumoren mit ausgedehnten Metastasierungen in der Leber, Lunge, etc. . Diese Patienten fühlen sich in einer therapeutischen Lücke, da ihnen von ihrem Hausarzt oder behandelnden Onkologen keine vernünftigen Therapien vorgeschlagen werden können, andererseits der Ansatzpunkt für eine palliativmedizinische Behandlung in der Terminalphase noch nicht gekommen ist.
 
Der Leidens- und Behandlungsdruck dieser Patienten ist erheblich. Entsprechend aufwändig ist die stationäre Therapie dieser Patienten in unserer Klinik. Sie benötigen häufige Zusprache, etliche Visiten, pflegerische Ansprache, psychotherapeutische Gespräche, Entspannungstraining, Aufbauinfusionen, Schmerzinjektionen, Schmerztherapie, Symbioselenkung für den Darm, spezielle Ernährung, physikalische Therapie, Bewegungstherapie, und vieles andere mehr. Je nach Reaktionsstärke eines Patienten werden die Möglichkeiten der biologischen Tumorbehandlung eingesetzt z. B. bei geschwächten Patienten werden Mistelinfusionen regelmäßig durchgeführt, um einen zytostatischen Effekt zu erreichen. Bei Patienten mit einem kräftigeren Zustand können auch stärker reizende Naturheilverfahren eingesetzt werden bis hin zur Ganzkörperhyperthermie. Diese stellt bezüglich der Immunstimulation und Immunmodulation die Königsdisziplin der biologischen Tumorbehandlung dar, erfordert aber Krafteinsatz des Patienten, der ihm erst ermöglicht werden muss. Die Ganzkörperhyperthermie wird grundsätzlich in Behandlungsserien (= Zyklen) durchgeführt. Eine Behandlungsserie besteht optimalerweise aus acht Anwendungen, wobei zwei Hyperthermien pro Woche durchgeführt werden können. Hieraus resultiert bei einer einwöchigen Aufbauphase und einer vierwöchigen Therapiephase mit acht Hyperthermien eine Gesamtbehandlungsdauer von fünf Wochen. In dieser Zeit können alle anderen notwendigen Therapiemaßnahmen in den Zwischenräumen untergebracht werden. Dieser Patientenklientel erfordert eine hohe Betreuungs- und Therapiedichte, so dass der Aufenthalt in unserem Hause einem Krankenhausaufenthalt gleichkommt.
 
NB: Auch subjektiv sehen sich die Patienten der o. g. drei Kategorien nicht als Kurpatienten, sondern als Kranke, die eine Behandlung in stationärer Form dringend benötigen.

 

4. Patienten im Palliativstadium einer onkologischen Erkrankung:

Es ist nicht die Hauptaufgabe der Vita Natura Klinik in der letzten Phase einer Erkrankung tätig zu werden. Hierfür stehen üblicherweise die Möglichkeiten einer AAPV, einer SAPV und die Dienste von ambulanten und stationären Hospizen zur Verfügung. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass Patienten in der Realität keine ausreichende Palliativbetreuung erfahren oder aber diese ablehnen, weil einer Zustimmung die gleichzeitige Zustimmung zum nahen Ende erfolgen müsste. So führt eine Verdrängung zu einer Suche nach Behandlungsalternativen, auch wenn dies rational betrachtet nicht mehr sinnvoll ist. Die Vita Natura Klinik bietet auch in diesem Krankheitsstadium eine Reihe von Therapiemöglichkeiten, die in erster Linie streng symptomatisch ausgerichtet sind z. B. Gabe von Homöopathika, Schmerztherapie, parenteraler Flüssigkeitsersatz, etc. Die Therapiedauer lässt sich in diesen Fällen nicht von vornherein festlegen, da die Gesamtlebenserwartung meist sehr kurz ist. Entweder entschließt sich der Patient nach Aufgabe seiner Verdrängung zu einer Verlegung nach Hause um dort zu sterben oder er möchte weiterhin in einem betreuten Rahmen verbleiben, insbesondere wenn er das Team der Vita Natura Klinik bereits von vorher kennt. In diesen Fällen sind wir auch bereit eine vom Patienten gewünschte Sterbebegleitung mit durchzuführen.

Ganzheitliches Konzept nach dem bio-psycho-sozialen Modell

Zu den einzelnen Maßnahmen wurde eine Therapiematrix erstellt, die sich an das biopsychosoziale Krankheits- und Ressourcenmodell orientiert. Die Matrix verbindet Rehaziele und therapeutische Maßnahmen.
Hierbei werden die folgenden Kategorien beachtet:
Maßnahmen zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit
psychologische Faktoren der Krankheitsbewältigung und Verhaltensmodifikation
Maßnahmen zur sozialen und beruflichen Wiedereingliederung
Maßnahmen für eine umfassende Sekundärprävention und Nachsorge

Zu den einzelnen Therapien:

Im Gegensatz zur Schulmedizin ist das Kennzeichen naturheilkundlicher Methoden der Einsatz körpereigener Heilungskräfte. Diese sind seit Beginn der medizinischen Geschichte in allen Denksystemen, seien es westliche, orientalische oder asiatische, für die Heilung einer Krankheit von entscheidender Bedeutung. Die Maßnahmen eines Arztes waren schon immer lediglich gedacht zur Anregung oder Unterstützung dieser Selbstheilungskräfte.
Bei den im Folgenden dargestellten Methoden handelt es sich um eine Auswahl häufig angewandter und gut bewährter Methoden die bei etwa 80 % der bei uns behandelten Patienten zur Anwendung kommen. Sie stellen eine unerlässliche Basis dar, auf die gelegentlich die exotischen oder seltenen Therapieformen aufsetzen.
Die Erfahrungen in der ganzheitlichen Krebsbehandlung haben uns gelehrt, welche Methoden eine sinnvolle Kombination ergeben. Im Zentrum der Überlegungen steht immer, dass der Mensch sowohl aus körperlichen, geistigen und seelischen Facetten besteht, die bei der Behandlung berücksichtigt werden müssen.

Ernährung

Aus epidemiologischen Studien kann geschlossen werden, daß die Nahrung einen hohen Anteil an Obst und Gemüse enthalten sollte. Eine Zufuhr von tierischen Fetten und Übergewicht sind ungünstige Faktoren für ein Mamma-Carcinom (Deutsches
Ärzteblatt 94, 1997(43), B2827-B2830).
Die Erfahrung hat gezeigt, daß eine lactovegetarische Vollwertkost alleine schon den Gesamtzustand des Organismus spürbar bessert und außerdem im Alltag gut praktikabel ist. Durch die Reichhaltigkeit und Schmackhaftigkeit dieser Ernährungsweise
fällt es dem Patienten leicht, auf Fleischprodukte weitgehend zu verzichten. Dabei sollten sowohl die individuelle Krankheitssituation als auch persönliche Konstitution, Abneigungen und Vorlieben auf die Ernährung Einfluß haben. Je kränker und schwächer, desto schonender wird die Kost, indem der Anteil an rohen Speisen sinkt und der Anteil an warmen Speisen steigt (ayurvedisch: Vata-Kost).
Bei einigen Tumorarten ist der Einfluss durch die Kostform besonders deutlich. So berichten Männer mit Prostatakarzinom häufig von einem Rückgang des Tumormarkers PSA nach Umstellung auf Rohkost (eigene Beobachtung). Ähnliche Beobachtungen führten Therapeuten (z.B. Rudolf Breuß) dazu, extreme Krebsdiäten zu entwickeln, die z.T. auch heute noch eingesetzt werden.
Grundgedanke dabei ist, dass der Mangel an bestimmten Nährstoffen die Krebszelle früher als die gesunde Zelle verhungern lässt.

Bewegung

Die das Immunsystem stärkende Wirkung von Sport - insbesondere Ausdauerbelastung - konnte belegt werden. Eine Steigerung der Aktivität der natürlichen Killerzellen wurde beobachtet (gemeinsames Symposium der Dt. Gesellschaft für Onkologie,
des württembergischen und der badischen Landessportbünde, Medica Baden-Baden, 7/1996).
Aus der Sportmedizin ist bekannt, daß sowohl Stoffwechsel als auch Immunsystem insbesondere dann günstig beeinflußt werden, wenn mindestens 2 -besser 3- mal pro Woche für wenigstens 30 Minuten eine Ausdauerbelastung stattfindet.
Die Belastungshöhe wird dabei anhand der Puls-Zahl orientierend bestimmt. Während des Trainings sollte der Puls ständig im Bereich einer Zahl liegen, die sich der sog. Lagerström-Formel berechnet: Trainingspuls = 220 minus halbes Lebensalter minus Ruhepuls.
Regelmäßiger Sport verändert auch das Körpererleben und hat einen Einfluß auf die Psyche. Körpereigene Hormonsysteme und Mediatoren (Stichwort "Endorphine") tragen zu einer vermehrten Ausgeglichenheit und gesteigertem Wohlgefühl bei, sogar die Wahrnehmung bzw. Verarbeitung des Schmerzerlebens wird verändert. Eine Grundvoraussetzung beim Sport ist die Anpassung an die Wünsche und Möglichkeiten des Einzelnen, denn nur dann macht die Sache Spaß und kann auf längere Sicht beibehalten werden. Sportgruppen bieten einen guten Einstieg und Motivationsschub, sei es nun für den einen ein morgendlicher Treff zum Dauerlauf oder die Benutzung unserer Trainingsgeräte im Erdgeschoß der Klinik.

Entgiftung des Organismus

Hierzu gehören im weitesten Sinne alle Verfahren, die anlage-, umwelt oder verhaltensbedingte Belastungen aus dem  Organismus entfernen, in der Naturheilkunde "ausleitende Verfahren" genannt. Hierbei kann es sich um organische Gifte wie z.B. Pestizide aus der Nahrung oder um anorganische Gifte (z.B. aus den Zahnfüllungen) handeln. Im übertragenen Sinne müssen auch feinstoffliche Gifte entfernt werden. Die zur Anwendung kommenden Verfahren haben die Gemeinsamkeit, natürliche
Ausscheidungs- oder Entgiftungsmechanismen zu unterstützen, z. B. Anregung der Nieren- und Leberfunktion, der Schweiß- und Speicheldrüsen. Zum Einsatz kommen neben chemischen Chelatbildnern wie DMSA und EDTA Homöopathika, Phytotherapeutika (Teezubereitungen), Algen, Saftfastenkur, Colonhydrotherpie, Schwitzen (Svedana) u.a.. Die Entgiftung des
Körpers spielt eine wichtige Rolle, um Blockierungen der körpereigenen Regulationskräfte zu beseitigen.
Z.B. lässt sich nach der Entgiftung eine bessere Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln erreichen, die vorher in ihrer Wirkung “blockiert” waren. Eine Entgiftungsbehandlung ist selbstverständlich insbesondere dann sinnvoll, wenn eine Chemotherapie vorausgegangen ist.

Psycho-Onkologie

Einer der Grundgedanken ist, dass seelische Faktoren mit zum Ausbruch der Krebs-Erkrankung geführt haben. Es gilt, diese Ursachen aufzudecken und die Voraussetzung für die Heilung zu schaffen. Weitere Aufgaben sind die Verarbeitung der Krankheit selbst bzw. deren Folgen (z.B. Schmerzen oder Partnerschaftsprobleme). Das Spektrum der angewandten Methoden beinhaltet Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie, Autogenes Training, Muskel- Relaxation nach Jacobson, Visualisierung nach Simonton u.a.. Am häufigsten finden in der Onkologie Entspannungsverfahren Anwendung. Es gibt ein breites Spektrum an Angeboten, von westlichen Methoden wie oben genannt bis fernöstlichen wie Joga oder Meditation.
Eine Studie mit Patientinnen, die unter einem metastasierenden Mamma- Ca. litten, ergab, dass Frauen, die zusätzlich an psychotherapeutischen Maßnahmen teilgenommen hatten, im Mittel doppelt so lange lebten wie Patientinnen ohne Psychotherapie.
(Grossarth-Maticek, R. et al.: In: Steptoe, A., Mathews, A. (Eds.): Healthcare and Human Behaviour. Academic Press, London 1984, 325 ) Erkenntnisse aus der Neuro-Endokrinologie legen nahe, dass z.B. Stress das Immunsystem unterdrückt. Insbesondere konnte bei Tumor-Patienten, die erhebliche funktionelle Defizite in der Killerzellen-Population aufwiesen, ein Anstieg der Killerzell-Aktivität nach einem Entspannungstraining festgestellt werden (Giraldi T. et al., Stress and Tumor-Metastasis, Psycho-Onkology Letters 1990(1) 34 - 46).
Nur wenig erforscht ist der Einfluß der Spiritualität auf die Krebserkrankung. Die Fälle mit ungewöhnlich günstigem Krankheitsverlauf (im Volksmund „Wunderheilung“), die unserem Chefarzt persönlich bekannt sind, weisen einige Gemeinsamkeiten auf. Entweder waren diese Patienten gläubig im klassischen Sinne oder es bestand eine unerschütterliche Partnerschaft bzw. Familienbeziehung.

Mistel

Die Wirksamkeit der Mistel-Präparate kann inzwischen als wissenschaftlich gut belegt gelten. Es gibt zahlreiche Studien in vitro, Tier-Experimente und Auswertungen klinischer Behandlungen. Dabei zeigte sich, daß die zusätzliche Therapie mit  Mistelextrakten eine immunpotenzierende, stimmungsaufhellende und schmerzlindernde Wirkung besitzt.
Auch der Leukocyten-Abfall nach einer Chemotherapie wird deutlich vermindert (Heiny B.M., Additive Therapie mit Mistelextrakt, Krebsmedizin 12/91).
Die Kombination einer Chemotherapie mit Mistel-Behandlung beim fortgeschrittenen colorektalen Carcinom führte zu einer Erhöhung der Ansprechrate und zu einer Verdoppelung der Überlebenszeit (Douwes F. et al.., Behandlung des fortgeschrittenen colorektalen CA, Dt. Zeitschr. f. Onkologie, 3/1988).
Die Wirkungen eines Mistel-Gesamtextraktes auf das Immunsystem ist mannigfaltig. Es ergeben sich daher auch Unterschiede nach Applikationsart. Standard-Applikationsform war bisher die subkutane Injektion. Die Wahl des Wirtsbaumes, auf dem die Mistel wuchs, geschieht nach antroposophischen Erfahrungen, die Dosis muss individuell ausgetestet werden, da zu niedrige Dosen eine zu schwache Wirkung haben und zu hohe Dosen sogar kontraproduktiv sein können.
Neuerdings liegen ausreichende gute Erfahrungen mit hoch dosierten intravenösen Infusionen vor. Der cytotoxische Effekt ist bei intravenöser Applikation stärker als bei subkutaner Injektion. Dabei erweisen sich Mistel-Pflanzen von Laubbäumen wirkungsstärker als die von Nadelbäumen.
Der cytotoxische Effekt der Mistel ähnelt der Wirkung einer Chemotherapie, nur ohne ernste Nebenwirkungen (selten allergische Sofortreaktion). Stichwort ist der programmierte Zelltod, die sog. Apoptose der Tumorzellen. Die Methode erfordert zur Sicherheit ein Immunmonitoring (z.B. Kontrollen der Lymphozytenzahl). Eine weitere Steigerung der zytotoxischen Wirkung findet sich bei lokaler Anwendung direkt am Tumor durch intratumorale Injektion, wenn dies je nach Tumorsitz möglich ist.

Enzyme

Enzyme finden in der Naturheilkunde eine breite Verwendung und haben eine Tradition. So kannten schon die Inkas günstige  Wirkung von Ananasblättern und Papaja auf die Wundheilung. Die in diesen Pflanzen enthaltenen Enzyme finden auch in der heutigen Medizin Anwendung. Bewährt haben sich Kombinationen von Enzymen pflanzlichen und tierischen Ursprungs. Die Wirkungen der Enzyme sind vielfältig: antientzündlich, abschwellend, Aktivierung von Phagozyten (Freßzellen), Beseitigung von überschüssigen Immunkomplexen, Beseitigung von Eiweißschichten, die die Erkennung von Tumorzellen durch das Immunsystem behindern (sog. Demaskierung), Spaltung von Tumor-Nekrose-Faktor-Komplexen, wobei hierdurch die normale tumorizide Wirkung dieses Faktors wiederhergestellt werden kann.
Die zum Thema „Enzyme“ vorliegenden Studien bei onkologischen Erkrankungen zeigen eine Verminderung der Rezidiv-Häufigkeit (Rokitanski O. von et al.: Enzym- Therapie als prä- und postoperative Adjuvans....Dt. Zeitschr. für Onkologie, Heft 2, 5/1993).
Des Weiteren wurde eine Verminderung der Nebenwirkung von Strahlen- oder Chemotherapie beobachtet (Schedler M. et al.: Adjuvant Therapy with Hydrolytic Enzymes in Oncology - a hopefull effort to avoid bleomycinum induced pneumotoxicity, J Cancer Res Clin Oncol (1990) 116 , Suppl. 1, 432 Stauder et al.: Strahlentherapeutische Nebenwirkungen bei Abdominalkrebspatienten u. deren Reduktion durch hydrolytische Enzympräparate. Dtsch Zschr Onkol (1991) 23, 7-16)

Orthomolekulare Medizin

Vitamine finden in der Onkologie Verwendung zum einen als Antioxidanzien und sollen körpereigene Reparaturmechanismen auf molekularer Ebene unterstützen. Zusätzlich haben besonders Vitamin C und A direkte Wirkungen auf den Tumor.
Z.B. konnte bei Patienten mit Bronchial-Carcinomen mit einer Vitamin-A-Hochdosis-Therapie die Überlebenszeit verdoppelt werden (Krebstherapie mit Vitamin A, in: Heinrich Wrba: Kombinierte Tumor-Therapie, Hippokrates Verlag 1992).
Vitamin E
wirkt synergistisch mit Vitamin C und daher gleichzeitig verordnet. In einer Doppelblindstudie bei Blasenkrebs konnte durch hochdosierte kombinierte Vitamin-Gaben das Rezidiv-Risiko erheblich gesenkt werden (Lamm D.L. et al, Megadose vitamins in bladder cancer, Journal of Urology 151, 1/1994)
Am häufigsten verwendet werden Zink und Selen. Beide Elemente sind gerade bei gesunder (vegetarischer)
Ernährung zu wenig im Körper vorhanden und müssen substituiert werden. Beide Spurenelemente sind Bestandteile antioxidativer Systeme im Stoffwechsel und beeinflussen das Immunsystem günstig. Unter Seleneinnahme ist zusätzlich eine Verringerung der Nebenwirkungsrate einer Chemotherapie an Niere und Herz bekannt. Diese Spurenelemente sollten nicht zusammen mit Vitamin C und nicht nach der Mahlzeit eingenommen werden, da deren Resorption gestört werden könnte.
Einige Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe , die als Aufbau- bzw. Wachstumsfaktoren bekannt sind, werden bei Tumorkrankheiten wenn möglich vermieden; hierzu gehören B12, Folsäure und Eisen. Von Komplettmischungen wird daher abgeraten, zudem die Gabe einzelner und gezielter Substanzen billiger ist.
Neue Erkenntnisse liegen zu den sekundären bzw. bioaktiven Pflanzenstoffen vor. Diese Stoffe sind zwar nicht lebensnotwendig, haben aber wünschenswerte biologische Wirkungen. Im Tierversuch stellte sich heraus, dass die Phytinsäure (in Getreide, Nüssen, Hülsenfrüchten) Ratten vor Krebsentstehung schützen konnte. Polyphenole (Kartoffeln, Randschicht von Weizen) bieten
einen Schutz gegen den Angriff freier Radikale; ähnlich wirken die Flavonoide (Grünkohl, Knoblauch, Zwiebel, grüner Tee). Das Lycopen aus der Tomate wirkt protektiv gegen Krebs, ebenso die Terpene aus ätherischen Ölen (Minze, Kümmel, Zitrone). Eine Schutzwirkung gegen hormonabhängige Tumoren (Brust, Gebärmutter) finden Frauen in Phytoöstrogenen aus Soja
(Übersicht: Dittrich K., Leitzmann C., Bioaktive Substanzen, Thieme Verlag 1996) Die ausgewogene Ernährung in der Klinik gewährleistet eine gute Versorgung mit diesen Stoffen.

Eigenblut-Behandlung

Die Eigenblut-Behandlung ist ein altbewährtes Verfahren der Naturheilkunde und wird seit vielen Jahren zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt, bei denen das Immunsystem geschwächt oder fehlgesteuert ist (z.B. Rheuma, Polyarthritis, chronische Infektionen, Hautkrankheiten und Tumor-Erkrankungen). Unter den zahlreichen Methoden der Eigenblut-Behandlung hat sich neben der HOT die Zugabe von Ozon am meisten verbreitet, da durch die gute Dosierbarkeit ein reproduzierbares System entsteht und sich die Auswirkungen besser messen lassen. Nach Kontakt des Blutes mit einem Ozon-Sauerstoff- Gemisch kommt es zur Freisetzung verschiedener Cytokine aus mononukleären Zellen. Anders als bei den rekombinanten (synthetischen) Cytokinen, die in Ampullen-Form von der Pharmaindustrie zur Behandlung von Krebs angeboten werden, kommt es nicht zu relevanten Nebenwirkungen, da das Ausschüttungsmuster der Zellbotenstoffe im physiologischen Bereich liegt (Bocci V.: Ozon: a mixed blessing, Forsch Kompl Med 3 (1996) 25 -33).
Darmsanierung und Mikroökologie
 Hierunter versteht man verschiedene Methoden, die die Mikroökologie des Darmes beeinflussen und in einen optimalen Zustand versetzen sollen. Dies ist besonders dann wichtig, wenn eine vorherige Schädigung durch Antibiotika-, Cortison oder Zytostatika-Verabreichung vorliegt.
Die Darmsanierung wird bei einem weiten Spektrum von Erkrankungen eingesetzt, die alle etwas mit Störungen des  mmunsystems zu tun haben (z.B. Neurodermitis, Rheuma und bei Krebserkrankungen). Dies begründet sich in der Tatsache, daß 80 % unseres Immunsystem in der Darmwand und dem zugeordneten Lymphsystem positioniert sind und der Darm mit seinen ca. 300 qm Oberfläche die größte Kontaktfläche zwischen "Außen- und Innenwelt" darstellt. Folglich haben Gifte oder toxische Stoffwechselprodukte einer geschädigten Darmflora eine entsprechend negative Auswirkung auf das Immunsystem.
Diagnostisch kann die Mikroflora im Stuhl in spezialisierten Laborinstituten untersucht werden; hierbei kann aus dem Stuhl eine Art Impfstoff hergestellt werden. Im Zentrum steht jedoch die eigentliche Darmbehandlung, die meist in 3 Phasen durchgeführt
wird:
Die erste ist die vermehrte Ausleitung von Giftstoffen über den Darm, was durch abführende Maßnahmen wie Einläufe oder mittels Colon-Hydro-Therapie geschieht. Im Anschluss folgt eine Dezimierung schädlicher Pilzbesiedlungen (z.B. Beseitigung von Pilzen wie Candida albicans) durch Nystatin-Tabletten oder durch ein antimykotisches pflanzliches Präparat (Knoblauch,
Myrrhe, ätherische Öle). In einer 3. Phase erfolgt die "Wiederaufforstung" der Darmflora durch Gabe von gesunden und nützlichen Keimen bzw. Präparaten, die man Probiotika nennt.

Hyperthermie

Man unterscheidet die aktive Hyperthermie (Fiebertherapie) von der passiven Hyperthermie durch Wärmezufuhr von außen. Die sog. Fiebertherapie wurde gegen Ende des letzten Jahrhunderts von Coley entwickelt und stellte in der Ära vor der Chemotherapie die einzige systemische Krebsbehandlung dar. Das Fieber wird zumeist durch Injektion abgetöteter Bakterien oder deren Bestandteile erzeugt. Gute Ergebnisse ließen sich erreichen bei Uterus-, Ovarial- und Mamma-Carcinom, beim Morbus Hodgkin, beim multiplen Myelom, malignen Melanom und bei den Weichteil-Sarkomen.
Es wurden 5-Jahres-Überlebensraten von 50 bis über 60 % erhoben, was bei den o.g.Diagnosen sehr gute Ergebnisse darstellt (Nauts H.C.: Immuntherapie des Krebses -die Pionierarbeit von Coley; in: Hager E.D. u. Abel U. (Hrsg.) Biomodulation und Biotherapie des Krebses; Verlag für Medizin Dr. E. Fischer, Heidelberg 1987, 132 - 150).
Die passive Hyperthermie des gesamten Körpers wurde in den 60er Jahren von Manfred von Ardenne entwickelt. Es erfolgt eine Bestrahlung mit Mikrowellen oder Infrarotlicht, wobei die Körpertemperatur bis maximal 42,5° gesteigert wird. Nach neueren Erkenntnissen ist die sog. "milde" und natürlichere Hyperthermie mit Körperkerntemperaturen unter 40,5 ° ausreichend und
wird im Allgemeinen ohne wesentliche Nebenwirkungen vertragen. Die häufigste heute eingesetzte Methode ist die kombinierte Version, wobei nach Injektion eines fiebererzeugenden Mittels eine Wärmebestrahlung erfolgt.
Die vorliegenden Studien beziehen sich hauptsächlich auf Kombinationen der Hyperthermie mit der Strahlen-
oder Chemotherapie, wobei die Wirksamkeit der Behandlungen gesteigert und die Chemotherapieresistenz vermindert werden konnte (Hager E.D.: Komplementäre Onkologie, Forum Medizinverlags- Gesellsch. 1996, 164 - 180).
Örtliche Erwärmungen direkt am Tumor z.B. an Lebermetastasen werden mittels elektromagnetischer Wellen erzeugt. Diese sog. Tiefenhyperthermie ergibt dann einen Sinn, wenn das Krebsleiden ein örtliches Problem darstellt, was aus naturheilkundlicher Sicht nicht häufig ist. Die Grenze zur Schulmedizin und einer mechanistischen Denkweise ist hier unscharf, die Methode der „Thermoablation“ muss sich daher den dort geltenden Regeln unterwerfen und beweisen, dass sie besser ist als eine Laserbehandlung oder eine chirurgische Resektion.

Organpräparate

Organpräparate aus Thymus, Milz, Leber u.a. (vom Rind oder Schaf) bewirken eine schnellere Erholung des Blutbildes nach  Chemotherapie und dienen als Immunmodulatoren. Sie sind gut bewährt und bekannt; die Arzneisicherheit wird insbesondere durch Limitierung der Molekülgröße auf unter 10 000 Dalton erreicht, sodass eine Prionübertragung (z.B. Rinderwahnsinn) ausgeschlossen wird, da diese Moleküle über 20 000 Dalton liegen.
Sauerstofftherapie
 Zu den begleitenden Behandlungen in der biologischen Tumorbehandlung gehört fast immer die Sauerstoffinhalationstherapie.
Grundidee ist, daß gerade in kranken Organen eine Sauerstoffmangelversorgung vorliegt. Die Erhöhung der Sauerstoffzufuhr unterstützt die Heilungsvorgänge, wobei der Effekt sogar über die kurmässige Anwendung hinaus anhält. Die ursprüngliche, von Manfred von Ardenne eingeführte Sauerstoffmehrschritttherapie kommt in verschiedenen Varianten zur Anwendung. So kann z. B. durch die Ionisierung des Sauerstoffs die tägliche Inhalationsdauer von 2 Std. auf 20 min verkürzt werden.
Konstitutionsbehandlung
Die Homöopathie und Ayurveda  berücksichtigen in hohem Maße die Konstitution und damit auch die Veranlagung zu bestimmten Erkrankungen. Nur bei einer entsprechenden Veranlagung kann eine Krankheit wie Krebs überhaupt zum Ausbruch kommen. Durch Behandlung dieses schlechten Bodens, auf dem das Krebsgewächs gedieh, kann ein Rezidiv oder Metastasierung verhindert werden. In der Klinik wird bei Bedarf eine homöopathische Anamnese erhoben, die mittels eines Fragebogens ergänzt wird. Danach wird das aktuelle Mittel unter Zuhilfenahme einer Computerrepertorisation ermittelt.

„Sogenannte Krebsmittel“

Beispiele sind Recancostat, Bereschtropfen, Ukrain, PC Spes, Galavit, Jomol, Avemar, Krallendorn, Essiac, Knorpel aus Hai oder Rind, neue Pflanzen aus dem Urwald ….. Verlässliche Wirkhinweise aus Beobachtungen und Wiederholungen entstehen leider erst längerfristig, das ist ein Nachteil einer empirischen und tradierten Medizin. Auf Wunsch der Patienten werden auch hier in der Klinik die von den Patienten mitgebrachten Mittel weiterhin genommen, sofern sie in das Therapiekonzept passen.

Ein weiteres wesentliches Moment in unserem Therapiekonzept ist die Einstellung des Patienten und seine aktive Mithilfe beim Genesungsprozess. Hierzu gehört nicht nur, dass der Patient sich bei der Erstellung der Therapieplanung aktiv beteiligen kann, Wünsche und Bedenken äußert, sondern auch in der begleitenden psychoonkologischen Betreuung sein Leben überdenkt und aktiv an der Neugestaltung verändernswerter Lebensbereiche mitarbeitet. Bei der Umsetzung des Therapiekonzeptes ist die aktive Mithilfe des Patienten ebenfalls gefragt. In den regelmäßigen Chefarztvisiten ist ein achtsames Hineinspüren in die eigene Befindlichkeit und eine für viele Patienten ungewohnte Mitteilung der erspürten Symptomatik notwendig.